Der Rahmen, der unsere Arbeit trägt
Welche Haltung uns leitet, wie Sicherheit entsteht und woran wir unsere Qualität messen lassen.
Drei Werte, die unser Handeln tragen
Respekt
Wir erkennen die Lebenswelt und die Bedürfnisse jedes jungen Menschen an und achten seine Würde in jeder Situation – auch dann, wenn wir sein Verhalten nicht in Ordnung finden.
Sicherheit
Ohne Sicherheit gelingt keine Pädagogik. Sicherheit entsteht durch verlässliche Erwachsene, klare Regeln und ein Team, das weiß, was in einer Zuspitzung zu tun ist.
Beteiligung
Wer nie erlebt hat, dass die eigene Meinung zählt, lernt es nicht durch Belehrung. Junge Menschen entscheiden bei uns mit, wo es um sie geht.
Woran sich unser Handeln ausrichtet
Vier fachliche Bezugspunkte, die im Alltag ineinandergreifen.
Traumapädagogik
Viele der jungen Menschen bei uns haben Gewalt, Vernachlässigung oder Brüche erlebt. Wir verstehen Verhalten deshalb als Überlebensstrategie, nicht als Charakterfehler – und reagieren entsprechend.
Bindungstheorie
Entwicklung braucht eine verlässliche Beziehung. Deshalb investieren wir in Kontinuität: feste Bezugspersonen, geringe Fluktuation, sorgfältig gestaltete Übergaben.
Systemischer Blick
Ein junger Mensch entwickelt sich nicht im luftleeren Raum. Wir beziehen Familie, Schule, Fachdienste und Freundeskreis ein, statt nur mit der Person zu arbeiten.
Deeskalation
Unser Team ist darin geschult, Anspannung früh zu erkennen und Situationen zu entschärfen, bevor sie eskalieren. Körperliche Eingriffe sind das letzte Mittel und werden lückenlos dokumentiert.
Sicherheit entsteht durch Haltung und Ausbildung
Wer mit jungen Menschen in zugespitzten Situationen arbeitet, muss wissen, was er tut. Unser Team wird regelmäßig in Deeskalation geschult – mit dem klaren Ziel, körperliche Eingriffe zu vermeiden.
Wenn sie doch nötig werden, weil eine akute Gefahr für Leib und Leben besteht, gelten strenge Regeln: nur das mildeste geeignete Mittel, nur so lange wie unbedingt nötig, danach ein Nachgespräch mit dem jungen Menschen und eine schriftliche Dokumentation, die dem Jugendamt zugänglich ist.
Unser Schutzkonzept ist schriftlich festgelegt und wird jährlich überprüft. Es beschreibt auch, wie mit Verdachtsfällen innerhalb der Einrichtung umgegangen wird.
Woran wir uns überprüfen lassen
Fachliche Standards sind kein Selbstzweck. Sie sind die Grundlage dafür, dass Jugendämter uns Fälle anvertrauen können und Familien bei uns sicher sind.
- Pädagogische Fachkräfte, erweiterte Führungszeugnisse nach § 72a SGB VIII für alle Mitarbeitenden
- Externe Supervision und regelmäßige kollegiale Fallberatung
- Schriftliches Schutzkonzept und festgelegtes Verfahren nach § 8a SGB VIII
- Beschwerdeweg, der nicht über die eigene Bezugsperson führt
- Jährlicher Fortbildungsplan, unter anderem zu Traumapädagogik und Deeskalation
- Dokumentation und Berichtswesen entlang der Vorgaben des Hilfeplanverfahrens
Beteiligung ist Teil der Hilfe
Junge Menschen wirken bei uns an dem mit, was sie betrifft: an der Gestaltung ihres Zimmers, an Gruppenregeln, an Freizeitplanung und an den Zielen der Hilfeplanung. Das ist manchmal anstrengender als eine Entscheidung von oben – und die einzige Methode, die auf Dauer trägt.
Für Beschwerden gibt es einen Weg, der nicht über die Bezugsperson führt. Niemand soll sich zwischen Loyalität und Kritik entscheiden müssen. Zusätzlich weisen wir bei der Aufnahme auf externe Ansprechstellen hin.
Sprechen Sie mit uns
Schildern Sie uns die Situation. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob wir das passende Setting anbieten können und ab wann.