Ihr Kind ist bei uns nicht weg.
Wenn das eigene Kind in einer Einrichtung lebt, ist das eine der schwersten Situationen überhaupt. Diese Seite beantwortet die Fragen, die uns Eltern am häufigsten stellen – offen und ohne Amtsdeutsch.
Wir arbeiten nicht gegen Sie, sondern mit Ihnen
Viele Eltern kommen mit dem Gefühl zu uns, versagt zu haben. Dieses Gefühl nehmen wir ernst – aber wir teilen es nicht. Eine Unterbringung ist kein Urteil über Sie als Mutter oder Vater.
Egal, wie es dazu gekommen ist: Bei uns beginnt die Zusammenarbeit ohne Schuldzuweisung. Ihr Kind braucht jetzt Erwachsene, die an einem Strang ziehen.
Was das für Sie bedeutet
- Sie bekommen eine feste Ansprechperson mit direkter Durchwahl
- Wir informieren Sie über Entwicklungen, nicht nur über Vorfälle
- Sie werden zu Hilfeplangesprächen eingeladen und können widersprechen
- Umgangskontakte werden vorbereitet, begleitet und nachbesprochen
- Auf Wunsch vermitteln wir Beratungsangebote für Sie als Eltern
Ehrliche Antworten auf schwierige Fragen
Falls Ihre Frage hier nicht steht: Rufen Sie an. Es gibt keine Frage, die zu banal wäre.
Verliere ich mein Kind, wenn es bei Ihnen lebt?
Nein. Sie bleiben die Eltern Ihres Kindes, mit allem, was dazugehört. Eine Unterbringung ändert nichts an Ihrer Elternschaft und in aller Regel auch nichts am Sorgerecht. Was sich ändert, ist der Ort, an dem Ihr Kind gerade lebt – und der Umstand, dass jemand rund um die Uhr da ist.
Wie oft darf ich mein Kind sehen und sprechen?
Das wird im Hilfeplan festgelegt, gemeinsam mit Ihnen und dem Jugendamt. Telefonieren ist meistens jederzeit möglich, Besuche und Heimfahrten werden vereinbart. Wir sind daran interessiert, dass der Kontakt trägt – nicht daran, ihn zu begrenzen.
Was kostet mich die Unterbringung?
Die Hilfe wird vom Jugendamt finanziert. Als Eltern werden Sie je nach Einkommen zu einem Kostenbeitrag herangezogen, den das Jugendamt berechnet – nicht wir. Über die Höhe entscheidet ausschließlich das Amt, und es gibt dafür gesetzliche Grenzen.
Mein Kind hat schon mehrere Einrichtungen hinter sich. Warum sollte es diesmal anders laufen?
Ehrliche Antwort: Eine Garantie gibt es nicht. Was wir anders machen, ist die Größe des Settings und die Personaldecke. Viele Abbrüche entstehen, weil zu wenige Fachkräfte für zu viele junge Menschen zuständig sind. Da setzen wir an – und wir beenden eine Hilfe nicht bei der ersten Eskalation.
Werde ich in Entscheidungen einbezogen?
Ja. Im Hilfeplangespräch sitzen Sie mit am Tisch, und bei allem, was Ihr Kind grundlegend betrifft, fragen wir Sie. Bei alltäglichen Dingen entscheiden wir vor Ort – sonst wären wir für Ihr Kind nicht handlungsfähig.
Wie erfahre ich, wie es meinem Kind geht?
Sie haben eine feste Ansprechperson bei uns, die Sie anrufen können. Wir melden uns außerdem regelmäßig von uns aus – und nicht nur dann, wenn etwas vorgefallen ist.
Was passiert, wenn mein Kind in eine Krise gerät oder wegläuft?
Wir handeln nach einem festgelegten Verfahren: suchen, informieren, dokumentieren. Sie und das Jugendamt werden umgehend benachrichtigt. Wenn Ihr Kind zurückkommt, gibt es ein Gespräch – keine Bestrafung, sondern die Frage, was gefehlt hat.
Wie lange wird mein Kind bei Ihnen bleiben?
Das steht am Anfang nicht fest. Die Hilfe wird regelmäßig überprüft, meist halbjährlich im Hilfeplangespräch. Ziel ist immer die Perspektive, die für Ihr Kind trägt – das kann die Rückkehr zu Ihnen sein, ein Wechsel in eine andere Hilfeform oder der Weg in die eigene Wohnung.
Was ist ein Hilfeplangespräch?
Ein Termin, bei dem alle Beteiligten zusammenkommen: Sie, Ihr Kind, das Jugendamt und wir. Dort wird besprochen, was seit dem letzten Mal passiert ist, was gut läuft und was nicht, und welche Ziele als Nächstes gelten. Sie dürfen dort widersprechen – dafür ist der Termin da.
Darf mein Kind sein Handy behalten?
Grundsätzlich ja. Es gibt Regeln zu Nutzungszeiten, wie in vielen Familien auch. Ein Handyverbot als Strafe setzen wir nicht ein – es würde vor allem den Kontakt zu Ihnen und zu Freunden treffen.
Rufen Sie uns einfach an
Sie müssen sich nicht vorbereiten und nichts mitbringen. Ein Anruf reicht, und wir nehmen uns Zeit.